Carmen McRae: Lover Man & Other Billie Holiday Classics

Carmen McRae: Lover Man & Other Billie Holiday Classics

Pure Pleasure CS 8530

Format: 1LP 180g 33rpm / Standardcover

Hersteller: Pure Pleasure

Originallabel: Columbia

Veröffentlichungsdatum: 15.05.2018

Status: lieferbar

"Lover Man & Other Billie Holiday Classics" - Carmen McRae (voc); Nat Adderley (crt); Eddie 'Lockjaw' Davis (ts); Mundell Lowe (g); Norman Simmons (p); Bob Cranshaw (b); Walter Perkins (dr)

Diese umwerfende LP ist eine Hommage von Carmen McRae an ihre Freundin und gleichzeitig ihr Idol Billie Holiday.
Mit ihrem kräftigen Alt, ihrem großen Stimmumfang sowie ihrer Fähigkeit zum Stimmungswechsel variiert McRae ständig den Klang, wobei sie zeitweise absichtlich rau klingt, um dann zu sanft und romantisch zu wechseln, wobei sie sich dem Timbre der sie begleitenden Instrumente anpasst. Ihr Tempo wechselt von langsam und dramatisch zu lebhaft, jazzig, flirtend oder intim. Sie und die sie begleitenden Musiker sind jederzeit perfekt synchron, sowohl was die Interpretation der Texte betrifft als auch die Improvisationen.
Jeder Song ist überragend. Bei "Them There Eyes" singt McRae zu Beginn nicht im Takt, begleitet nur von einem schlichten Bass (Bob Cranshaw) und Drums (Walter Perkins), ehe das Saxophon (Eddie 'Lockjaw' Davis) einsetzt. "I'm Gonna Lock My Heart" ist am fröhlichsten und McRaes Stimme erklimmt erstaunlichen Höhen. "Miss Brown To You", swingt lockerer und flirtend; bei "I Cried for You" klingt McRae wie eine gedämpfte Trompete, klagend. "Lover Man" ist wunderbar bluesig mit Improvisationen und einem Rhythmus, bei dem der Fuß mitwippt, wohingegen "A Little Moonlight" wild und leidenschaftlich daherkommt, mit großartigen Soli für Klavier (Norman Simmons), Saxophon (Eddie 'Lockjaw' Davis) und Trompete (Nat Adderley).
"Yesterdays", mein Lieblingsstück, beginnt als langsamer, sehr melancholischer Song mit gefühlvollem Klavierspiel im Hintergrund, scheint dann in der Mitte kurz zu pausieren und wechselt anschließend zu einem schnelleren, jazzigeren, rhythmischeren Stil, bei dem McRae durch sämtlliche Höhen und Tiefen der Tonleiter tanzt. "Strange Fruit", ein besonders typischer Holiday-Song, ist besonders gut verständlich, wobei McRaes Ausdruck und ironisch süße Klänge noch mehr Betonung auf die Grauen erregenden Verse legen, während Mundell Lowes Gitarre die traurige Begleitung liefert. "God Bless The Child" ist ein von Holiday selbst verfasstes, langsames, intimes Stück und so, wie McRae die Geschichte vor uns ausrollt, verleiht ihr Klagen dem Text zusätzliche Schärfe.
Gesegnet mit einer Stimme und einem Gesangsstil, die sich jeder Art von Jazz auf ganz natürliche Weise anpassen, mit der zusätzlichen Fähigkeit, Verse mit perfekter Aussprache und Betonung zu artikulieren, ist McRae hier die vollendete Musikerin. Sie singt einige von Billie Holidays besten Songs, wird von Weltklasse-Künstlern begleitet, mit denen sie völlig synchron zusammenarbeitet – damit ist diese LP so gut, wie sie nur sein kann.

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