Steve Jobs hörte zuhause Vinyl weil's besser klang als sein iPod

Steve JobsSteve Jobs
MailOnline
Neil YoungNeil Young

Nachfolgend die Übersetzung eines Artikels auf der Website der Daily Mail vom 31.1.2012.

Er hat unsere Kauf- und Hörgewohnheiten, Songs betreffend, verwandelt, aber wenn es um seine eigene Musikkollektion ging, zog Steve Jobs es vor, auf Ursprüngliches zurückzugreifen. Der Schöpfer des iPod bevorzugte für sich selbst zu Hause den Klang von Vinyl-Schallplatten, statt moderne technische Spielereien zu benutzen, behauptete Neil Young. Als der Rockmusiker auf einer Technologie-Konferenz sprach, sagte er, dass der Apple-Begründer diesen Klang den digital reduzierten Dateien des iPods vorzog. »Steve Jobs war ein Pionier digitaler Musik. Er hinterlässt ein gigantisches Vermächtnis«, sagte Young, »aber wenn er nach Hause ging, hörte er Vinyl.«

Während er auf der D:Dive Into Media - Konferenz in Süd-Kaliforien sprach, erzählte Young, dass er sich mit Jobs darüber unterhalten hatte, ein Format zu erschaffen, welches der Musik erlauben würde, näher an ihrer originalen Form zu bleiben, statt datenreduziert zu werden. Obwohl moderne Formate wie MP3 nützlich sind, geben sie doch den originalen Klang der Musik nicht wieder, hielt der 66jährige Sänger und Komponist fest. Ein neues Format könnte vielleicht 100 Prozent der Daten enthalten, die in einem Tonstudio erzeugt werden, statt der fünf Prozent in den komprimierten Formaten. Aber er fügte hinzu, dass bei der Größe dieser Dateien ein Gerät vielleicht nur 30 Alben aufnehmen und es womöglich 30 Minuten dauern könnte, einen Song herunterzuladen. Young schlug vor, dass Nutzer Dateien über Nacht herunterladen könnten, und meinte »Sie können ruhig schlafen. Wenn Sie morgens aufwachen, spielen Sie irgend etwas und erfreuen sich am Klang hundertprozentig echter Musik.« Während Young zugab, dass kein fester Plan existierte, um ein solches Format zu entwickeln, so betonte er doch, dass Jobs sehr interessiert an einer solchen Entwicklung war, ehe er im Oktober an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb. »Ich sprach mit Steve darüber; wir arbeiteten daran« erzählte Young. »Sie müssen mir glauben, hätte er lang genug gelebt, hätte er schließlich auch versucht, das zu schaffen, woran ich arbeite.« Young fügte hinzu, dass er hoffe, es sei ein Projekt, dessen sich »irgendein reicher Kerl« annehmen würde.

Der Interview-Partner Walt Mossberg sagte, dass Jobs seine Verwunderung darüber ausgedrückt hätte, dass »die Leute Qualität gegen Bequemlichkeit und Kostenersparnis in dem Ausmaß einzutauschen bereit waren, in dem sie es getan haben«. Young stimmte zu: »Die Bequemlichkeit des digitalen Zeitalters hat die Leute gezwungen, zwischen Qualität und Bequemlichkeit zu wählen, aber sie sollten keine derartige Entscheidung treffen müssen.« Er fügte noch hinzu: »Mein Ziel ist es zu versuchen, die Kunstform, die ich seit 50 Jahren praktiziere, zu retten. Wir leben im digitalen Zeitalter und unglücklicherweise verschlechtert es unsere Musik, statt sie zu verbessern.« Jobs, der 2001 den ersten iPod vorstellte, war ein Sammler von Musik, der insbesondere den Sound der 60er Jahre schätzte.

Walter Isaacson schreibt in seiner Biographie über den Begründer von Apple, das Jobs Platten von Bob Dylan-Konzerten gesammelt hat – insbesondere die aus dessen elektrischer Periode 1965 und 1966. Auf seinem iPod waren auch Songs von sieben Beatles-Alben sowie sechs Rolling-Stones-Alben, schrieb Isaacson. Aber es waren »Dylans Worte, die bei ihm die kreative Saiten anschlugen«, ließ Steve Wozniak, der Mitbegründer von Apple, den Biographen wissen.

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