The Isley Brothers – am liebsten gleich im Sechserpack

Ronald, O'Kelly and Rudolph Isley, 1960s
The Isley Brothers, mid 1970s
The Isley Brothers, mid 1970s

„Unsere Musik ist immer im Wandel.“ Mit diesen beinahe banalen Worten und doch überaus zutreffend resümieren die Islay Brothers ihre Karriere, die Anfang der 70er Jahre ihre besten Jahre noch vor sich hat. Denn bis O‘Kelly, Ronald und Rudolph einen gültigen und kommerziell überzeugenden Stil entwickeln, fahren die Brothers wie so viele ihrer Kollegen lange Jahre auf Verschleiß. 1957 als Teeenager in New York angekommen, starten sie im Apollo-Theater in Harlem und bringen immerhin ein paar Singles mit leidlich verkäuflichem Einweg-Rock’n'Roll unter die Leute. Richtig los geht es zwei Jahre später mit dem bezeichnenden Titel „Shout“. Die Kraftnummer, beim RCA-Label zu bester Kondition gedrillt, schafft es 1959 und 1962 auf die Pop-Billboards und reißt die magische Marke der Auflagenmillion. Daran, den Verve dieser hoch talentierten Youngster auf dauerhaften Erfolg zu bürsten, beißen sich gleich mehrere Plattenküchen die Zähne aus. So scheitern Reanimationsversuche halb lebloser Songs und altbackener Streicherarrangements, weil sich die Energie der Truppe nicht in gängige Produktionsschablonen bändigen lässt: Nach dem vergoldeten Mega-Medley „Twist and Shout“ bei Wand Records, das sich 16 Wochen wacker in den Hot 100 behauptet, soll nach einer wenig glücklichen Epsisode bei United Artists und einem rauschenden Zwischenspiel bei Motown das eigene Label T-Neck die enormen Kreativkräfte auf die Straße des Erfolgs zurückführen.

Während sich der Liste der Plattenfirmen und Vertriebe verlängert, stocken die Islays ihr Familienunternehmen um die Brüder Ernest und Marvin sowie um Cousin Chris Jasper zur Hochform auf. Allein Ernie, den das inhalierte Hendrix-Gen zu den formidabelsten Gitarristen seiner Zeit befördert, bringt frisches Feuer in das neu geformte Sixpack, das seine Potenz im Album mit dem schlichten Titel 3+3 zu Platin münzt. Nach „Live in Up“ von 1974 folgt ein Jahr später das dritte und vielleicht beste Album der Sechsertruppe: Der selbstbewusst gewählte Titel „The Heat is On“ hält, was er verspricht. 40 Wochen triumphiert die Platte auf Platz eins der US-Charts und fährt mit Volldampf zu Doppelplatin. Bei diesem Brüdern addieren sich eben alle guten Dinge aus drei plus drei zum Sechserpack.

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