Beethoven: Symphonies Nos. 3 & 4

Beethoven: Symphonies Nos. 3 & 4

TACET L 239

Format: 2LPs 180g 33rpm / Klappcover

Hersteller: TACET

Originallabel: Tacet

Status: lieferbar

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 3 Es-Dur Op. 55 ("Eroica") und Nr. 4 B-Dur Op. 60 - Die Polnische Kammerphilharmonie unter der Leitung von Wojciech Rajski

Beethovens Dritte, die mit Vorliebe als klingendes Beispiel für seinen ‚neuen Weg‘ genannt wird, lässt gleich mehrere Erklärungsansätze für ihren revolutionären Charakter zu. Das Werk als tönendes Bild, um Heldentum, Revolutionsromantik und seinen anfänglichen Widmungsträger Napoleon Bonaparte zu goutieren, ist anhand des „Marcia Funebre“, einer in Frankreich verbreiteten Totenehrung mindestens legitim. Nicht weniger erregend in satztechnischer Hinsicht erscheint der neue Umgang mit dem thematischen Material, das sich allmählich zusammenballt und seine unbändige Energie bis zur völligen Auflösung der Taktordnung steigert. Unter hohem Tempo entbrennt ein orchestrales Miteinander in sehnigem, leichtathletischen Wettkampf, ein Engen, Weiten und Verdichten von orchestralem Glanz und musikalischem Material.
Entstanden in der Zeit zwischen der Dritten und der wuchtigen fünften Sinfonie, birgt die vierte in ihrer klassizistisch abgerundeten Formensprache den Ruhepol zu den extremen Affekten ihrer ungleichen Schwestern. Geleitet von romantischer Ausdruckskraft der schwerelosen, nach Halt tastenden Eröffnung schwingt sich die Musik im Kopfsatz zu sanguinischer Hochstimmung auf. Der zweite Satz, gemäß Gattungstradition schlicht als Adagio bezeichnet, verschlankt die reiche melodiöse Gestalt in verkleinerter Besetzung zu kammermusikalischer Durchsichtigkeit. Wohl gelaunt wie bestens gestimmt stürmt das brausende Finale voran und steuert über kurze besinnliche Phasen empor zu neuen Gipfeln orchestralen Furors. Wojciech Raisky, der seinen Philharmonikern stets hochkultivierte Tongebung und fein austarierte Phrasierungen abverlangt, modelliert aus den Tiefen der Partitur eine heitere, beschauliche und doch tief eindrucksvolle Wiedergabe, die auch nach mehrmaligem Hören unerhörte Details offenbart.
Halfspeed-Überspielung!

Aufnahme: 2009 in der Kirche von "Stella Maris" in Sopot, Polen, von Andreas Spreer und Roland Kistner
Produktion: Andreas Spreer

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